Fachausschuss Arbeitsmedizin

Der Fachausschuss Arbeitsmedizin hat die Aufgabe, die Anliegen der Ärzte mit der Gebietsbezeichnung Arbeitsmedizin oder den Zusatzbezeichnungen Betriebsmedizin bzw. Tropenmedizin zu artikulieren. Nur diese Ärzte dürfen bei der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung G 35 (Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen) „keine gesundheitliche Bedenken“ bescheinigen. Die Einschränkung auf diese Personengruppen durch die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) schließt eine enge Zusammenarbeit mit reisemedizinisch erfahrenen Kollegen nicht aus.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stellt mit ihren Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen allgemein anerkannte Regeln der Arbeitsmedizin zur Verfügung. Diese Empfehlungen mit Leitliniencharakter bieten eine wichtige Orientierung für qualitativ einheitliches Vorgehen bei Vorsorgeuntersuchungen zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und Berufserkrankungen.
Die G 35-Pflichtuntersuchung wird, wie die anderen Vorsorgeuntersuchungen, im Ausschuss „Arbeitsmedizin“ (AAMED) der DGUV in Expertenteams fortlaufend aktualisiert und weiterentwickelt. Mit der ArbMedVV wurde der Grundstein für den Ausschuss für Arbeitsmedizin (AfAMed) beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gelegt. Beide Ausschüsse haben die Aufgabe die Regeln zur arbeitsmedizinischen Vorsorge zu aktualisieren und zu verbessern. Beim BMAS setzt sich zurzeit das Referat IIIb3 mit der Neufassung der BioStoffV auseinander.

Der Fachausschuss Arbeitsmedizin gibt Stellungnahmen zur ArbMedVV, zu den DGUV Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und zur Neufassung der BioStoffV ab.

In Stichworten wurden folgende Empfehlungen der AfAMed und der AAMED vom Fachausschuss Arbeitsmedizin zugeleitet:

  • Die vielen Freiwilligen, die für die unterschiedlichsten Organisationen, im Ausland mit hoher Infektionsgefährdung oder unzureichender medizinischer Versorgung eingesetzt werden, haben einen Anspruch auf eine der G 35 gleichwertigen Untersuchung, Beratung und Impfangebote (Diese Untersuchungen könnten auch von reisemedizinisch erfahrenen Ärzten durchgeführt werden, die nicht berechtigt sind die G 35 zu bescheinigen.)
  • Bei erforderlichen Fachkenntnissen: „vierzehntägiges Kennenlernen tropischer Arbeitsplätze“ immens wichtig
  • Die Formulierung „Bei Arbeitseinsätzen von mehr als drei Monaten“ ersatzlos streichen
  • u. a.

Es liegt ein Referentenentwurf der Bundesregierung zur Neufassung der BioStoffV vor (Referat IIIb3). Die Verordnung soll vor Biostoffen schützen, die den Menschen durch Infektionen, übertragbare Krankheiten, Toxinbildung oder sensibilisierende Wirkungen gefährden können. Selbst Begasungstätigkeit und Sprengungen wurden in dem Entwurf berücksichtigt. Es wurde aber nicht an die sehr häufigen Auslandsaufenthalte mit hoher Infektionsgefährdung oder unzureichender medizinischer Versorgung gedacht. Der Entwurf bezieht sich zunächst auf Beschäftigte. Im § 2 (7) wird präzisiert: … „Den Beschäftigten stehen gleich: Schülerinnen und Schüler, Studierende und sonstige Personen, insbesondere in wissenschaftlichen Einrichtungen und dem Gesundheitsdienst Tätige, sowie ...“

Zusätzlich sollten den Beschäftigten die „Freiwilligen“ gleich gestellt werden:
Nach Entwicklungshelfergesetz, in der Not- und Katastrophenhilfe (THW, DRK, Malteser etc., Freiwilligendienste für junge Erwachsene im Ausland (Weltwärts), Freiwilligendienst des BMZ, Kulturwärts (Freiwilligendienst des AA), Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr und andere.