In Kooperation von DGMM und DFR tagt die AG Kreuzfahrtmedizin, gegründet unter Leitung unseres DFR Vorstandmitglieds Dr Bettina Vahlbruch 2018, 4x jährlich in Hamburg,
Kreuzfahrtmedizin
beschäftigt sich mit den Erkrankungen, Unfällen und Notfällen von Passagieren und Crew auf Kreuzfahrtschiffen. Schiffsärzte stehen hier vor besonderen Herausforderungen. Je nach Schiffsgröße sind sie alleine oder mit einem weiteren Kollegen für die Betreuung mehrerer hundert bis tausend Menschen an Bord zuständig. Hierbei geht es nicht nur um die Passagiere, sondern auch um die Besatzung der Schiffe, für die der Schiffsarzt über mehrere Wochen bis Monate Fachmann für alle Disziplinen sein muss. Die Möglichkeit der zügigen Überweisung an den entsprechenden Facharzt ist an Bord oftmals ebenso schwer umzusetzen, wie die schnelle Evakuierung oder das Finden einer adäquaten Versorgungseinrichtung an Land. Hinzu kommt, dass die aus dem Klinikalltag bekannte Chef- bzw Oberarztebene für Nachfragen/Hilfe nicht zur Verfügung steht.

Die AG Kreuzfahrtmedizin beschäftigt sich mit diesen und anderen Problemen. Natürlich werden auch die grundlegenden infektiösen und nichtinfektiösen Risiken auf Kreuzfahrtschiffen dargelegt, so wie Seekrankheit, schwankungsbedingte Unfälle bis hin zur Havarie des Schiffes, den Notfallmaßnahmen, der medizinischen Versorgung kleiner und grosser gesundheitlicher Probleme von Passagieren und Crew.

Es gibt keine unmittelbare gesetzlich vorgeschriebene spezielle Ausbildung zum Schiffsarzt. In der Regel besteht nur die Verpflichtung ein sogenanntes „Basic Safety Training“ zu absolvieren. Über das erforderliche medizinische Qualifikationsprofil entscheidet die Reederei in Abhängigkeit der an Bord zu erwartenden Situation. Die Reedereien fordern recht unterschiedliche Qualifikatonen insbesonders wenn man kleine und große Kreuzfahrtschiffe vergleicht.
Grosse Kreuzfahrtschiffe haben digitale Röntgengeräte, Sonographie, ev auch Farbdoppler und Echokardiographiemöglichkeit, auf jeden Fall Laboruntersuchungsgeräte, mindestens eine Intensiveinheit, OP Möglichkeit,... Kleine Kreuzfahrtschiffe haben i.d.R. weder Röntgen, noch Sono, noch Labor.

Ein Curriculum für Kreuzfahrtmedizin zu entwickeln ist und bleibt das wichtigste Ziel der Kreuzfahrt AG. Auch die Kreuzfahrtreedereien sind bemüht, dieses angestrebte Ziel zu unterstützen. Bisher ist derjenige Schiffsarzt, den die Reederei einstellt.

Kurse in Maritimer Medizin geben die Gelegenheit, sich über Schiffsarztaufgaben zu informieren, auszuloten ob Schiffsarzttätigkeit für einen selbst in Frage kommt und mehr über Medizin an Bord zu erfahren.
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