Grusswort des Präsidenten

Liebe Leserin, lieber Leser dieser Seite,

Danke für Ihr Interesse an der Reisemedizin! Deutschland gehört bekanntlich zu den aktivsten Reiseländern. Dabei ist Reisen nicht nur so etwas wie ein nationales Hobby, sondern im Zusammenhang mit der internationalen Verflechtung unseres Landes durch Wirtschaft und Diplomatie, Hilfsorganisationen und nicht zuletzt den vielen aus anderen Ländern stammenden Einwohnern Ausdruck unserer Weltoffenheit. Dabei ist es kein Naturgesetz, dass wir die Reisenden und andere Länder die Bereisten sind. Vielmehr sind auch wir Ziel von Reisen, aber auch Ziel von Flüchtenden.

Die medizinischen Rahmenbedingungen solcher Reisen sind Thema der Reisemedizin. Sie will vor der Reise diese sicherer machen, während der Reise diese begleiten und nach der Reise kompetente Ansprechpartner für Diagnostik und Therapie für reiseassoziierte Krankheiten bieten. Dabei hängt das Spektrum der Fragestellungen vom bereisten Land und seinen Gesundheitsproblemen ab, aber auch von den Tätigkeiten unterwegs, seien sie beruflich oder privat motiviert, und von den Gesundheitsproblemen, die der Reisende schon vorab mitbringt. Gerade der letzte Aspekt gewinnt immer mehr an Bedeutung, je mehr unsere Bevölkerung vom demographischen Wandel verändert wird.

Auf diesen Seiten möchten wir interessierte Reisende oder Journalisten auf der Suche nach kompetenten Ärzten in ihrer Nachbarschaft unterstützen, gerade weil wir als Fachgesellschaft nicht im Einzelfall beraten können und wollen. Wir wollen aber vor allem Ärzten und Fachpersonal Ansprechpartner und Ideengeber sein und dazu einladen, sich zur Verbesserung von Kenntnissen, Qualität und fachlichem Austausch zusammenzutun. Vom exotischen Interesse einzelner reisebegeisterter Docs hat sich die Reisemedizin zu einem notwendigen Querschnittsfach der Medizin gewandelt. Keine Disziplin der Medizin kommt umhin, sich Gedanken darüber zu machen, wie es den von ihr betreuten Patientengruppen denn unterwegs ergeht – den Kindern und Schwangeren, den Nierentransplantierten und Stentträgern, den Schmerzpatienten und MS-Kranken, den Diabetikern und Psoriatikern, den Querschnittsgelähmten und Schizophrenen. Sie alle wollen, können und sollen in geeigneter Form reisen, zumal sie es aus der Zeit vor einer Erkrankung gewohnt sein mögen.

An alle Ärztinnen und Ärzte mit Interesse an der Medizin auf Reisen aber appelliere ich: Machen Sie unsere Fachgesellschaft stark, beteiligen Sie sich am Austausch und helfen Sie uns, eine solide Grundlage der Kenntnis für unsere Beratung und Betreuung zusammenzutragen.

Ihr

Burkhard Rieke